ETCS: Von der Strecke an den Zug 

Aus der Vielzahl von Informationen, die die Strecke an ein Fahrzeug senden kann, haben wir einige bereits auf der MA-Seite betrachtet, nämlich:

Werfen wir nun noch einen Blick auf den Rest der Messages und Packets. Zur Farbgebung:
Messages und Packets, die in 2 und 3 genutzt werden
Messages und Packets, die nur in 2 genutzt werden
Messages und Packets, die nur in 3 genutzt werden
 
in Level 1, 2 und 3  in Level 1  in Level 2 und 3.
 
Allerdings gibt es wiederum Ausnahmen. Ist eine Transition nach / angekündigt, dann werden die entsprechenden Packets auch vom akzeptiert und umgekehrt.

Messages

Message 2/SR Authorisation RBC

Diese Message erlaubt einem Fahrzeug, die angegebene Distanz in Mode zu fahren. Normalerweise passiert das nur, wenn der Fahrzeugführer "Start" drückt und das Fahrzeug dem einen sendet.

Der Wechsel nach durch "Override" und in anderen ist hiervon unabhängig.

Message 3/Movement Authority RBC

siehe MA.htm#M3

Message 6/Recognition of exit from TRIP mode RBC

Im Stillstand kann der Fahrzeugführer einen quittieren. In / wird der anschließende Wechsel nach mit dieser Message vom bestätigt. Erst wenn das passiert ist und alle Nothaltaufträge zurück genommen wurden, kann der Fahrer neu starten.

Message 8/Acknowledgement of Train Data RBC

Mit dieser Message bestätigt das den Empfang von .

Message 9/Request to Shorten MA RBC

Diese Message enthält immer ein . Kann das Fahrzeug vor dem neuen bequem bremsen, so nutzt es die neue MA, anderenfalls wird sie verworfen. Das Ergebnis wird an das gemeldet.

Die Funktion Co-operative shortening of MA ist vor allem für dispositive Fahrstraßenrücknahme sinnvoll und arbeitet dann am besten in Verbindung mit dem Stellwerk, d. h. der Fahrdienstleiter bedient das Stellwerk, dieses stellt die Anfrage an das , das wiederum den Zug fragt und die Antwort an das Stellwerk weiterleitet. Das Signal fällt in Halt und die Fahrstraße wird unverzögert aufgelöst.

Message 15/Conditional Emergency Stop RBC

Ein CES enthält einen Ort. Hat das Fahrzeug diesen Ort bei Empfang des CES noch nicht erreicht, so kürzt es seine MA auf diesen ( und ). Anderenfalls bleibt die MA unverändert. Die Antwort wird wieder an das gemeldet.

Typischer Anwendungsfall ist die Prüfung, ob das Fahrzeug das Signal selbst in Halt geworfen hat oder ein irregulärer Haltfall vorliegt. Bedingt durch die Laufzeiten (Freimeldung bis Stellwerk, weiter zum , Funkmessage plus jeweils Verarbeitung) ist die Aussage nicht absolut sicher, aber immerhin ein gutes Mittel, um sowohl Zwangsbremsungen als auch Gefährdungen zu minimieren.

Message 16/Unconditional Emergency Stop RBC

Ein wirklich sicheres Mittel, einen Zug zum Stehen zu bekommen, ist der UES. Damit wechselt das Fahrzeug sofort in .

Message 18/Revocation of Emergency Stop RBC

Hiermit kann jeder Nothaltauftrag, also ein akzeptierter oder ein , wieder gelöscht werden. Ohne Löschung kann nach einem nicht neu gestartet werden. Um die einzelnen Nothalte unterscheiden zu können, werden sie mit einer eindeutigen Kennung versehen.

Message 24/General message RIU RBC

Diese Message selbst hat keine Bedeutung. Warum gibt es sie dann? Ganz einfach: Weil sie als Container für Packets an das Fahrzeug dient.

Message 27/SH Refused RBC

Hiermit lehnt das die Anfrage eines Zuges zum Wechsel nach ab.

Message 28/SH Authorised RBC

Hiermit erlaubt das einem Zug den Wechsel nach .

Message 32/RBC/RIU System Version RIU RBC

Diese Message enthält die Systemversion, die das oder die benutzt. In 2 ist diese naturgemäß eindeutig.

Message 33/MA with Shifted Location Reference RBC

siehe MA.htm#M33

Message 34/Track Ahead Free Request RBC

Mit dem TAF Request wird der Fahrzeugführer aufgefordert, das Freisein der Strecke voraus zu bestätigen, das Fahrzeug meldet dann .

Message 37/Infill MA RIU

Da eine das gleiche Protokoll wie ein nutzt, muss eine Radio-Infill-MA in einer Message verpackt sein. Zu dieser Message gehören eine und eine .

Message 38/Initiation of a communication session RBC

Mit dieser Message wird vom eine Session mit einem Fahrzeug aufgebaut. Das ist ein eher ungewöhnlicher Weg, da ein den Zug dazu bereits kennen muss (also seine Telefonnummer). Er kann z. B. genutzt werden, wenn der Zug in einem Bahnhof während des Aufenthalts seine Session abbaut, um Funkkanäle zu sparen.

Message 39/Acknowledgement of termination of a communication session RIU RBC

Die Bestätigung an das Fahrzeug, dass hiermit die Session beendet und die Funkverbindung abgebaut wird.

Message 40/Train Rejected RBC

Zug abgelehnt? Ja, das geht bei interoperablen Zugbeeinflussungssystemen natürlich auch. Da jedes ETCS-Fahrzeug eine eindeutige Kennung hat, kann es von einem gezielt abgelehnt werden. Am einfachsten ist das, wenn der fahrzeugspezifische Funkschlüssel gar nicht erst hinterlegt wird. Das führt also genau genommen sogar eine Whitelist aller Fahrzeuge, mit denen es sprechen will.

Das ist hier aber gar nicht gemeint, da Messages erst bei einer bereits bestehenden Session ausgetauscht werden. Wenn ein Fahrzeug in oder aufstartet, meldet es seine Position an das . Es kann jedoch auch sein, dass es seine Position nicht oder nicht sicher kennt, z. B. nach Systemfehler oder Abschaltung. In dem Fall kann das entweder die Fahrzeugposition aus eigenen Mitteln (unterstützt durch Stellwerk oder Fahrdienstleiter) mit bestätigen, das Fahrzeug mit unbekannter Position ablehnen oder dennoch akzeptieren ().

Message 41/Train Accepted RBC

Hiermit akzeptiert das ein Fahrzeug mit unbekannter Position.

Message 43/SoM position report confirmed by RBC RBC

Wie bei beschrieben, kann das dem Fahrzeug mitteilen, das seine unsichere Position durchaus richtig ist. Das kann allerdings keine falsche oder unbekannte Position korrigieren.

Message 45/Assignment of coordinate system RBC

In der Erläuterung zur wurde uns klar, dass eine einzelne keine Richtung hat, es bei mehreren aber das die Richtung ermitteln kann. Das Fahrzeug in diesem Fall die aktuelle und die letzte und das ermittelt aus der Streckentopologie die Richtung. Diese wird dem Fahrzeug mit dieser Message mitgeteilt, und schon gibt es wieder eine Bezugsrichtung.

Packets

Packet 0/Virtual Balise Cover marker Balise

Mit einem Virtual Balise Cover wird jedes Balisentelegramm das ein entsprechendes Packet enthält ignoriert. Das kann zu Testzwecken oder in Umbauphasen praktisch sein. Die Strecke kann sie selbst kommandieren (maximal 10), sie können aber auch vom Fahrzeugführer (maximal 20) eingegeben werden. Damit sie nicht irrtümlich vergessen werden, muss eine Gültigkeit von maximal 255 Tagen angegeben werden. Wie alle direkt auf die bezogenen Packets gilt es in allen .

Packet 2/System Version order Balise

Das Fahrzeug schaltet zwar automatisch in eine höhere Systemversion, wenn es eine solche empfängt, jedoch nicht in eine niedrigere. Das kann mit diesem Packet erzwungen werden.

Packet 3/National Values Balise RBC

Die National Values sind ein größerer Satz von Variablen, die landesspezifische (betreiberspezifische) Definitionen enthalten, so z. B. die Höchstgeschwindigkeiten für verschiedene . In 3 wird das Ganze noch einmal dadurch aufgebläht, dass auch verschiedene Faktoren zum Berechnen der Bremskurven enthalten sind.

Normalerweise werden die National Values an Systemgrenzen per übertragen, bei der Aufnahme nach oder bzw. bei der Übergabe an ein anderes geht es aber auch per Funk.

Packet 5/Linking Balise Loop RIU RBC

siehe MA.htm#P5

Packet 6/Virtual Balise Cover order Balise

Hiermit wird ein ein- oder ausgeschaltet.

Packet 12/Level 1 Movement Authority Balise Loop RIU

siehe MA.htm#P12P15

Packet 13/Staff Responsible distance Information from loop Loop

Eigentlich gibt dieses Packet nur an, wie weit ein Fahrzeug in Mode fahren darf. Da eine jedoch nicht direkt einen Referenzpunkt hat, kann dieses Packet mehrere mit jeweils darauf bezogener Distanz enthalten.

Packet 15/Level 2/3 Movement Authority RBC

siehe MA.htm#P12P15

Packet 16/Repositioning Information Balise

Wenn ein Signal zwar Fahrt zeigt, die aber keine Weichenlagen und damit das genaue Fahrstraßenziel nicht kennt, die Distanzen zum EOA aber halbwegs ähnlich sind, dann kann zunächst eine MA bis zum nächstgelegenen Ziel ausgegeben werden. Ist der Fahrweg eindeutig, dann kann so über (das ist der Vorteil) die Distanz bis zum tatsächlichen Ziel aktualisiert werden. Die Profile bis zu den Repositioning- müssen natürlich das Minimum der möglichen Fahrwege enthalten, können aber auch aus aktualisiert werden.

Packet 21/Gradient Profile Balise Loop RIU RBC

siehe MA.htm#P21

Packet 27/International Static Speed Profile Balise Loop RIU RBC

siehe MA.htm#P27

Packet 39/Track Condition Change of traction power Balise Loop RIU RBC

Dieses Packet, das einen Transitionswechsel ankündigt, wird zwar unter "Other Profiles" geführt, gibt aber einen Ort an. In 2 wird das Traktionssystem insgesamt codiert. Die Belegung des Parameters M_TRACTION sollte zentral festgelegt werden. Dazu kam es aber nicht, so dass M_TRACTION durch die Betreiber spezifiziert wurde. Die Folge waren Inkonsistenzen (der gleiche Wert bezeichnete in verschiedenen Ländern auch verschiedene Systeme).

Packet 39(38)/Track Condition Change of traction system Balise Loop RIU RBC

In 3 wurde der Fehler aus nun korrigiert. M_TRACTION wurde durch M_VOLTAGE ersetzt, das die Spannung in sechs Versionen angibt:

Details zur elektrischen Traktion werden mit dem neuen Parameter NID_CTRACTION angegeben. Der Name zeigt bereits, dass es sich um einen landesspezifischen Wert handelt. Der zulässige Oberstrom sollte hierbei nicht enthalten sein, da dieser in 3 ein eigenes Profil bekommen hat ().

Es ist zu beachten, dass das Profil nur den Wechsel angibt. Das bedeutet für das Fahrzeug nicht, dass es in einen Bereich mit bestimmter Traktion einfährt, denn dann würde sich die Traktion an einer Landesgrenze womöglich eine andere Bedeutung bekommen.

Skurril ist, dass P39 in 3 zunächst in P38 umbenannt wurde. Mit SRS 3.3.0 wurde das aber wieder rückgängig gemacht.

Packet 40/Track Condition Change of allowed current consumption Balise Loop RIU RBC

Dieses in 3 neue Packet gibt den zulässigen Oberstrom an. Wie bei kann nur ein einmaliger Wechsel angegeben werden, kein Streckenprofil.

Packet 41/Level Transition Order Balise Loop RIU RBC

Mit Packet 41 wird ein Levelwechsel angekündigt oder direkt befohlen. Auch dieses Profil hat nur ein Segment. Es ist einfach nicht möglich, einen Levelwechsel vorzubereiten, bevor der vorherige Levelwechsel abgeschlossen wurde. Packet 41 ist eines der wenigen Packets, das in jedem von jedem Medium gesendet werden kann, von und natürlich nur bei bestehender Verbindung.

Angegeben wird nicht unbedingt der neue , sondern eine priorisierte Liste neuer . Ist das Fahrzeug nicht mit dem bevorzugten (dazu gehört in auch das jeweilige STM bzw. NTC) ausgerüstet, so schaltet es entsprechend der zweiten Angabe um usw. Es wird aber immer umgeschaltet, falls gar kein neuer möglich ist, in den der niedrigsten Priorität. Da jedes ECTS-Fahrzeug beherrscht, wird in der Regel mit der geringsten Priorität angegeben.

Der Levelwechsel selbst ist ein relativ kompliziertes Thema, insbesondere bei Wechsel in den , da hierbei ein externes Gerät aktiviert werden muss. Da die Aktivierung eine Weile dauern kann, gibt es verschiedene Verfahren, um das Entstehen einer Überwachungslücke zu verhindern.

Packet 42/Session Management Balise RBC

Packet 42 enthät kein Profil. Hiermit wird das Fahrzeug zum Auf- oder Abbau der Funkverbindung zum aufgefordert.

Packet 44/Data used by applications outside the ERTMS/ETCS system Balise Loop RIU RBC

Packet 44 enthält vielleicht ein Profil, vielleicht auch nicht. Es handelt sich um ein Packet, das zwar durch ETCS übertragen wird, aber nicht durch ETCS genutzt wird, sondern Daten an andere Komponenten des Fahrzeugs überträgt. Das kann ein STM/NTC sein oder etwas anderes.

Packet 45/Radio Network registration Balise Loop RIU RBC

Dieses Packet fordert das Fahrzeug auf, sich bei einem Funknetzwerk anzumelden. Das ist so zu verstehen, wie die Auswahl des Netzbetreibers beim Einschalten des Handys. Allerdings gibt es bei GSM-R kein Roaming, der Anbieter wird explizit angegeben. Von einem Profil ist hier natürlich keine Rede.

Packet 46/Conditional Level Transition Order Balise

Der "bedingte" Levelwechsel. Das Fahrzeug wechselt nur den , wenn es sich in keinem der angegebenen befindet. Außerdem wird damit das fahrzeugseitige Angebot an , die der Fahrzeugführer manuell wählen kann, entsprechend eingeschränkt.

Packet 47/Level Inhibition Order Balise RBC

Mit diesem Packet können die verfügbaren eingeschränkt werden. Das gilt für die von der Strecke kommandierten Wechsel genau so wie für manuelle Levelwechsel durch den Fahrer. Zumindest war es so angedacht, dieses Packet ist von SRS 3.2.0 zu SRS 3.3.0 wieder entfallen.

Packet 49/List of balises for SH Area Balise Loop RIU RBC

siehe MA.htm#P49

Packet 51/Axle load Speed Profile Balise Loop RIU RBC

Hier haben wir wieder ein echtes Profil. Es ist ähnlich wie das aufgebaut, allerdings sind nur 15 Segmente mit jeweils bis zu drei Achslastgrenzen erlaubt. Für Fahrzeuge, die mindestens die angegebene Achslast haben, gilt eine angegebene Geschwindigkeitsbegrenzung.

Packet 52/Permitted Braking Distance Information Balise Loop RIU RBC

Mit diesem Packet wird nicht die Fahrzeuggeschwindigkeit auf einen bestimmten Wert begenzt, sondern der Bremsweg. Das diskontinuierliche Profil erlaubt drei Abschnitte, jeder mit einem eigenen Bremsweg. Diese Funktionalität wirkt auch ohne MA, also in Mode .

Packet 57/Movement Authority Request Parameters RBC

Mit diesem Packet nennt das dem Fahrzeug, wann es von diesem gerne einen MA Request hätte, also wie lange, bevor das Fahrzeug eine Bremsung zum beginnt und in welchen Intervallen dieser wiederholt wird.

Packet 58/Position Report Parameters RBC

Dieses Packet informiert das Fahrzeug darüber, wann und in welchen Intervallen dieses seine Position an das senden soll. In bestimmten Situationen ist ein Position Report darüber hinaus generisch gefordert.

Packet 63/List of Balises in SR Authority RBC

Wenn das Fahrzeug vom die Erlaubnis bekommt, in Mode zu fahren, kann dieses Packet mitgegeben werden, das bis zu 15 nennt, die das Fahrzeug passieren darf. Beim Lesen einer anderen wechselt das Fahrzeug nach .

Packet 64/Inhibition of revocable TSRs from balises in L2/3 RBC

Hiermit kann dauerhaft bewirkt werden, dass ein Fahrzeug in oder TSRs (Temporary Speed Restrictions) von nicht mehr akzeptiert. Normalerweise werden TSRs von in allen außer akzeptiert. Das hält bis zum Sessionabbau bzw. bis zum Übergang in ein anderes .

Packet 65/Temporary Speed Restriction Balise Loop RIU RBC

Eine temporäre Geschwindigkeitseinschränkung wirkt für einen definierten Abschnitt. Dabei kann noch gewählt werden, ob die TSR für den ganzen Zug oder nur die Zugspitze gültig ist. Jede TSR hat einen Index, über den sie adressiert und somit überschrieben oder gelöscht werden kann. Etwa die Hälfte der Nummern ist dabei jeweils für die Übertragung durch Balisen reserviert, die andere für den Rest, eine Nummer ist für TSR, die nicht mehr gelöscht werden können.

Ein Packet hat nur eine TSR und damit ein sehr einfaches Profil, Packet 65 ist aber eines der Packets, von dem mehrere Instanzen (bis zu 10 Stück) in einer Message enthalten sein dürfen.

Packet 66/Temporary Speed Restriction Revocation Balise Loop RIU RBC

Das Löschpacket zur .

Packet 67/Track Condition Big Metal Masses Balise

Eines der wenigen Packets, das in allen gelesen und ausgewertet wird. Es enthält bis zu fünf Abschnitte, in denen Balisenlesefehler ignoriert werden. Diese treten technisch bedingt (magnetische Datenübertragung) an großen Metallansammlungen bevorzugt auf. Da diese Information immer relevant ist, wird sie nur über übertragen und somit von allen ETCS-Fahrzeugen gelesen.

Packet 68/Track Condition Balise Loop RIU RBC

Ein Packet Track Condition enthält bis zu 20 Track Conditions, also besondere Eigenschaften der Strecke. Es gibt diverse Typen, mit einigen Unterschieden zwischen 2 und 3.

Die Wirkung von Track Conditions ist nicht für alle Typen gleich. Die Anzeige ist Standard, darüber gibt es bei einigen Typen Einfluss auf die Berechnung der Bremskurven. Einige Track Conditions können auch automatisch externe Systeme ansteuern (z. B. den Stromabnehmer senken), das ist aber optional.

Typ UNISIG-Bezeichung Bedeutung Wirkung
0 Non stopping area – tunnel
Non stopping area
Halteverbot wegen eines Tunnels
Allgemeines Halteverbot
nur Anzeige
1 Non stopping area – bridge
Tunnel stopping area
Halteverbot wegen einer Brücke
Das Gegenstück zur Non stopping area
nur Anzeige
2 Non stopping area – other reasons
Sound horn
Halteverbot aus anderen Gründen
Pfeifen
nur Anzeige
3 Powerless section – lower pantograph Stromabnehmer senken opt. Automatik
4 Radio hole (stop supervising T_NVCONTACT) Funkloch - keine Reaktion auf Verbindungsausfall Funküberwachug
5 Air tightness Zug luftdicht abschließen opt. Automatik
6 Switch off regenerative brake Generatorische Bremse ausschalten Bremskurve, opt. Automatik
7 Switch off eddy current brake for service brake Wirbelstrombremse als Betriebsbremse ausschalten Bremskurve, opt. Automatik
8 Switch off magnetic shoe brake Magnetschienenbremse ausschalten Bremskurve, opt. Automatik
9 Powerless section – switch off the main power switch Hauptschalter ausschalten opt. Automatik
10 Switch off eddy current brake for emergency brake Wirbelstrombremse als Notbremse ausschalten Bremskurve, opt. Automatik

Packet 69/Track Condition Station Platforms Balise Loop RIU RBC

Hiermit kann die Höhe von Bahnsteigen über der Schienenoberkante und die Lage des Bahnsteigs (links, rechts, beidseitig) angegeben werden. Unterschiedlich hohe oder lange Bahnsteige auf beiden Seiten sind nicht möglich, aber wohl auch weniger relevant. Bis zu fünf Bahnsteige können übergeben werden. Diese Track Condition wird nicht angezeigt, sondern nur an externe Systeme übergeben.

Packet 70/Route Suitability Data Balise Loop RIU RBC

Mit diesem Packet kann die Eignung der Strecke ab einem bestimmten Ort hinsichtlich Lademaß, Achslast oder Traktionssystem angegeben werden. Das Fahrzeug betrachtet die angegebenen Ort bei Nichteignung als und .

Packet 71/Adhesion factor Balise Loop RIU RBC

Dieses Packet kann genutzt werden, um den relativen Reibungsfaktor für die Berechnung der Notbremskurve zu ändern. Das Profil hat nur ein Segment und erlaubt nur die Auswahl "normal" und "rutschig".

Packet 72/Packet for sending plain text messages Balise Loop RIU RBC

Um beliebige Informationen an den Fahrer zu senden kann entweder das GSM-R als konventionelles Telefon genutzt oder aber eine Textmeldung geschickt werden. Das Packet 72 erlaubt freien Text von bis zu 255 Bytes ISO 8859-1. Allerdings wird die Darstellung schwierig. Zwar kann für die nicht direkt die Anzahl der Zeichen pro Zeile angegeben werden, weil die Schrift nicht so genau definiert ist, es dürfte aber knapp werden. Das Packet wird von Fahrzeugen in oder auch von akzeptiert und kann über diese auch an Fahrzeuge in gesendet werden.

Es gibt etliche mögliche Bedingungen zum Definieren von Beginn und Ende der Anzeige - Distanzen, Zeit (Ende), Wechsel in einen bestimmten oder . Außerdem kann angegeben werden, ob die Meldung quittiert werden muss. Eine Rückmeldung an ein (für und im Packet angegebenes) ist erst ab 3 möglich. Damit kann beispielweise eine MA-Erteilung vom Bestätigen einer Einschränkung abhängig gemacht werden, ähnlich wie ein schriftlicher Befehl.

Packet 76/Packet for sending fixed text messages Balise Loop RIU RBC

Wenn es kein freier Text sein soll wie bei , so kann auch ein vordefinierter Text übergeben werden. Die Bedingungen sind ansonsten die gleichen. Vor- und Nachteil sind klar:

In SRS 3.4.0 und SRS 3.6.0 sind genau zwei Texte definiert: "Level crossing not protected" und "Acknowledgement" (sehr aussagekräftig …)

Packet 79/Geographical Position Information Balise Loop RIU RBC

Mit diesem Packet kann eine geografische Position, d h. eine Angabe von Streckenkilometern jeweils bezogen auf bis zu 32 , angegeben werden. Diese wird dann dem Fahrzeugführer auf dessen Wunsch metergenau angezeigt. Das Packet kann auch in , und von gelesen werden.

Das kann theoretisch sinnvoll sein, um z. B. bei schriftlichen Befehlen einen Ort genau zu bestimmen. Allerdings kann das Fahrzeug mit Fehl- oder Überlängen und negativen Werten nicht umgehen.

Packet 80/Mode profile Balise Loop RIU RBC

siehe MA.htm#P80

Packet 88/Level Crossing information Balise Loop RIU RBC

Dieses Profil dient zur Übertragung des Status von genau einem Bahnübergang. Wie bei TSRs sind in einer Message aber bis zu zehn Packets P88 zulässig. Ist der BÜ nicht gesichert, so kann die zulässige Geschwindigkeit zum Passieren angegeben werden und ebenso, ob zuvor gestoppt werden muss. Das wäre mit herkömmlichen Track Conditions nur mit einiger Zusatzfunktionalität im zu erreichen, in gar nicht.

Packet 90/Track Ahead Free up to level 2/3 transition location Balise

Ein recht spezieller Fall ist dieses Packet. Es wird nur durch übertragen und nur von Fahrzeugen in , oder akzeptiert, denen eine Transition nach oder angekündigt wurde. Es hat zwei Auswirkungen:

Es dürfte in der Praxis etwas schwierig werden, das Packet mit korrekt zu übertragen, da es kein befahrbares Gleis geben dürfte, das immer frei ist.

Packet 131/RBC transition order Balise RBC

Naturgemäß kann eine Transition zwischen zwei nur in oder erfolgen. Dennoch kann sie auch mit angekündigt werden. Die Kommunikation zwischen den beteiligten RBC ist in einem eigenen Subset geregelt, es gilt aber ähnlich wie für die Fahrzeugschnittstelle: Wie genau die Transition erfolgt, ist durch UNISIG nicht geregelt, das ist zwischen den beteiligten Parteien abzusprechen.

Packet 132/Danger for Shunting information Balise

Dieses Packet überträgt, ob das entsprechende Signal für Rangierfahrt Halt oder Fahrt zeigt. Wirksam ist es nur, wenn das Fahrzeug sich in Mode befindet.

Packet 133/Radio infill area information Balise

Dieses Packet meldet einem Fahrzeug in , wo es sich an welcher anmelden und für welches Signal Infill-Information holen soll. Wirksam ist es nur in den Modes , , und .

Packet 134/EOLM Packet Balise

Dieses Packet nennt Distanz zu und Länge einer . Es wird in allen und vielen gelesen.

Packet 135/Stop Shunting on desk opening Balise

In 3 wechselt ein Fahrzeug in beim Aufschalten eines Führerstands normalerweise nach . Hat das Fahrzeug jedoch zuvor dieses Packet empfangen, wird dies unterdrückt und das Fahrzeug wechselt nach . Damit kann irgendwie ein Richtungswechsel bei Rangierfahrten unterbunden werden. Allerdings kann ein Fahrzeug in sowieso rückwärts fahren.

Packet 136/Infill location reference Balise Loop RIU

Normale Nachrichten sind eindeutig auf einen Ort bezogen, nämlich Balisentelegramme auf die jeweilige und Messages vom auf die . Bei Infill per oder gibt es keine wirkliche Referenz, so dass mit diesem Packet für die jeweilige Message bzw. das Telegramm eine Referenz- angegeben wird. Für Infillbalisen ist das ebenso geregelt, obwohl diese einen Ort angeben. Das liegt daran, dass die Infillbalisen sich auf die des nächsten Signals beziehen und nur gültig sind, wenn die Signalbalise im Linking enthalten ist. Wie alle Infill-Informationen wirkt das nur in L1.

Packet 137/Stop if in Staff Responsible Balise

Dieses Packet überträgt, ob das entsprechende Signal für Fahrzeuge in Mode Halt oder Fahrt zeigt, und nur in diesem wirkt es auch.

Packet 138/Reversing area information BaliseL1 Loop RIU RBC

Dieses Packet ist ein Profil mit einem Segment. Es gibt an, auf welchem Streckenabschnitt die Funktion eingerichtet ist.

Packet 139/Reversing supervision information BaliseL1 Loop RIU RBC

Dieses Packet gibt nun an, wie weit und wie schnell der Zug in Mode fahren darf.

Packet 140/Train running number from RBC RBC

Hiermit kann dem Zug vom die betriebliche Zugnummer NID_OPERATIONAL zugewiesen werden.

Packet 141/Default Gradient for Temporary Speed Restriction Balise

Eine wird auch in beachtet, in denen kein verfügbar ist, unter anderem in . Die Berechnung der Bremskurve basiert dann auf einer ebenen Strecke. Ist die Strecke stark steigend, so verhält sich das Fahrzeug unnötig restriktiv, bei starkem Gefälle kann die womöglich nicht eingehalten werden. Deshalb kann ein für die ganze Strecke geltender Standard-Gradient übergeben werden.

Packet 143/Session Management with neighbouring Radio Infill Unit RIU

Falls von einer zur nächsten geschaltet werden muss, kann der Auf- und Abbau der Funkverbindung zur jeweils anderen hiermit gesteuert werden.

Man könnte denken, dass eine Strecke, auf der mehrere Bereiche von Radio Infill aneinander grenzen, gleich auf umgestellt werden sollte. Offensichtlich hat Level 1 mit Radio Infill aber auch Fans.

Packet 145/Inhibition of balise group message consistency reaction Balise

Liegt dieses Packet in einer , so wird bei Lesefehlern jeder anderen dieser Gruppe keine Fehlerreaktion (Betriebsbremsung) ausgelöst. Das kann sinnvoll sein, wenn die keine restriktiven Inhalte hat oder sich diese nur in der mit diesem Packet befinden. Ein recht simpler Weg zur Erhöhung der Verfügbarkeit.

Packet 254/Default balise, loop or RIU information Balise Loop RIU

Dieses Packet gibt an, dass die gelesene Information die Standardwerte des jeweiligen Mediums enthät, weil die Ermittlung der richtigen Daten nicht funktioniert und eine Ausfallreaktion eingeleitet wurde. Das Fahrzeug kann daraus eine Fehlermeldung generieren, mittels der Ausfall offenbart wird. Bei duplizierten kann daraus aber auch abgeleitet werden, welche Information die "richtige" ist.

Rundweg
Rundweg (Vom Zug an die Strecke)

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